Zahlreiche neue Hörclubs in Sachsen – Methoden und Ideen für gelingende Zuhörbildung

15 Teilnehmer:innen des Hörclubjahres 2020/21 aus Sachsen haben ein Jahr lang die Zuhörbildung an Ihren Schulen voran getrieben. In der Fortbildung bei Franziska Klemm, Referentin der Stiftung Zuhören, konnten die Lehrkräfte eine Reihe an Methoden und Konzepten für die Zuhörbildung an Grundschulen kennenlernen und ausprobieren, die sie gleich im Unterricht einsetzen konnten. Zusätzlich erhielten die teilnehmenden Schulen die HörSpielBox mit umfangreichen Materialien, das für die Zuhör- und Medienbildung ausgelegt ist.

In den teilnehmenden Schulen wurden Zuhörrituale etabliert („Die Kinder waren fast traurig, wenn das Ritual des Klang-Verschenkens nicht durchgeführt wurde“), bewusstes Zuhören trainiert („Wir haben uns auf dem Schulhof oder im Schulgarten hingestellt und ganz genau hingehört, wie der Ort um uns herum klingt“), sowie Spiele zur auditiven Wahrnehmung regelmäßig ins Unterrichtsgeschehen integriert.

Mit einem Aufnahmegerät haben einige Schüler:innen typische Schulgeräusche aufgenommen und daraus ein Geräuscherätsel erstellt. „Das hat den Wortschatz der Kinder unheimlich erweitert – sie haben die Worte mit den passenden Geräuschen verknüpft“, berichtet die Lehrkraft. Gerne wurde auch trainiert, Stille auszuhalten und keine Geräusche zu machen – mit offenbar spürbar positiven Auswirkungen auf den generellen Lärmpegel in der Klasse.

Sonja Kunze, Hörclub-Projektleiterin der Stiftung Zuhören, gab während der Abschlussrunde fachliches Feedback: „Zuhören ist nichts Passives – über eine Anschlusshandlung sollen und dürfen die Kinder selber aktiv werden. Das steigert das Hörverstehen enorm!“ Aber auch das Konzentrieren nur auf das Zuhören wurde hervorgehoben. „Zuhören geschieht viel zu oft nebenbei. Dabei ist der Effekt der Zuhörbildung umso größer, wenn das Zuhören ganz in den Mittelpunkt rückt. Es bekommt einen größeren, einen eigenen Wert zugeschrieben.“

Die einhellige Meinung der sächsischen Lehrkräfte war, dass die Hörclubarbeit im neuen Schuljahr unbedingt weitergeführt werden soll, sowohl im Unterricht als auch in Form von AGs oder Nachmittagsangeboten.